1. Hochschultag der HWR Berlin

Masse und Macht: Hegel mit Berliner Studenten. (Quelle: Wikipedia)

Ein Informatiker, der Technologie an die zweite Stelle hinter der Didaktik verweist und der auch gut strukturierten Unterricht nur an einer Wandtafel schätzt.

Eine Ph.D. Studentin, deren Betreuung entlang der Achse Berlin – London via Skype und Google Docs verläuft und die dafür plädiert, auch mal zu improvisieren.

Eine MBA Studentin, die von agilen Methoden während einer Semesterprojektarbeit profitierte und es gut findet, wenn die Bedingungen im realen Unternehmensumfeld schon im Unterricht geübt werden.

Ein Student, der sich vor allem mehr Basisinformationen über E-Learning wünscht. Die oft heillose Verwirrung von Lehrenden und Lernenden unterstreicht er dadurch, dass er 25 (!) verschiedene Werkzeuge anführt.

Ein Dozent, der einen neuen Streit „der zwei Kulturen“ beschwört: dient die Hochschule vor allem zur Vermittlung von Kompetenzen, oder soll sie ein Ort forschenden Lernens sein? — Ein Streit, welcher durch die Entwicklung von Lerntechnologien kanalisiert wird und in dem Hype um MOOCs seine jüngste Inkarnation erfährt.

Und schließlich ein voll besetztes, Aktives Plenum, das gemeinsam die Frage beleuchtet, ob die Virtualisierung der Hochschule durch mehr E-Learning gut oder schlecht sei für die Beziehungen zwischen Dozenten und Studenten:

Das waren die sechs Zutaten, aus denen wir beim gestrigen 1. Hochschultag der HWR Berlin unseren Zaubertrank brauten. Der Dozent und die Hochschule danken vor allem den vier HWR-StudentInnen Lennart Bolduan, Anne Fiedler, Stefanie Quade und Johannes Scheibe für Ihre sorgfältige Vorbereitung und ihre eindrücklichen Präsentationen, die nicht wenige Teilnehmer unseres Workshops begeisterten.

Nach vier Workshops, endlosen Kaffeeströmen, einem Meer von Orangensaft und Bergen von Brezeln erinnerte der sympathische  Keynote Speaker, Prof. Thilo Harth von der FH Münster in seiner Abschlussbemerkung an die wichtige Wahrheit der „kleinen Schritte“: manchmal ist es nicht nötig, alles umzuwerfen, um die Welt zu verändern. Für die Lehre bedeutet dies, dass oft kleine Veränderungen, kleine Herausforderungen, die ernst genommen werden, die Beziehung zum eigenen Unterricht, aber auch die Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden nachhaltig verbessern können. Dies gilt nicht zuletzt auch für E-Learning und die neuen Medien.

Ein letzter Dank geht an die Hochschule und die OrganisatorInnen für einen spannenden Tag voller guter Einsichten und guter Begegnungen.


[Erschienen zuerst im Elerner.de — E-Learning Blog der HWR Berlin]

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