Die Ameisen

… Moment noch: bevor ich die angekündigten Artikel zu Forum und Wiki einstelle (die ich überhaupt erst noch aus dem Englischen übersetzen muss — man soll beim Bloggen nie sagen, was man machen will, sondern nur, was man gerade macht oder gemacht hat!), hier erst einmal aus aktuellem Anlass eine Visualisierung für den #LdLMOOC2 (dieser Artikel ist ein modifizierter Cross-post aus dem LdLMOOC2-Forum – geh’ dort hin für die spannende Diskussion):


Ich habe heute Nachmittag mit wachsender Begeisterung den 1. #LdLMOOC2 Hangout (“LdL-Lernen durch Lehren: Theorie” via YouTube aufm Fernseher mit Chromecast: Klasse!)  verfolgt und dabei fleißig mitgeschrieben. Zwei Seiten sind dabei herausgekommen, die dicht mit Begriffen beschrieben sind. Am Ende habe ich dann zu twittern begonnen – es war schön, dass Peter Ringeisen (@vilsrip) und Monika König (@mons7) auch auf Twitter waren und reagiert haben.

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Zu den Fragen, die mich nachher beschäftigt haben sind, gehört z.B.: braucht man den ganzen theoretischen Überbau (oder Unterbau), um LdL anzuwenden? Und muss man alles glauben, was gesagt wird? Auf den Beitrag von Dietrich Dörner ist der Hangout leider (glaube ich wenigstens) nicht eingegangen – dabei ist mir Dörners Anwesenheit im Theoriegebäude fast wichtiger als die von Maslow. Letzterer ist mir mit seiner Auslegung des Menschen, die stark von den 1960 er Jahren geprägt ist, zu extrem. Ich teile das Menschenbild nicht – trotzdem teile ich eigentlich alle Fähigkeiten und Prozesse, die Jean-Pol und seine Mitstreiter für LdL extrahiert und konzeptualisiert haben & finde ihre Anwendung im Unterricht (auch, wie in meinem Falle, in der Uni) radikal-positiv.

Ich weiß nicht, ob ihr mein Bild überhaupt richtig sehen und lesen könnt; die Idee, die mir dabei am wichtigsten war, ist in der Reise der beiden Ameisen (kennt ihr vielleicht:das Minigedicht von Ringelnatz?) zu sehen; die wollten sich eigentlich zur Pyramide aufmachen, aber unterwegs haben sie den Aufruf zum Explorieren („alte Reflexe abbauen, neue Reflexe aufbauen“) auf- und ernst genommen und sind einfach von der Straße zur Pyramide abgewichen… Wohin sie jetzt wohl kommen?

Visualisierung von Aspekten der LdL-Theorie

5 thoughts on “Die Ameisen”

  1. Einiges zu diesem schönen Text habe ich ja schon im #LdLMOOC2-Forum geschrieben. Ergänzen möchte ich dreierlei.
    Erstens finde ich es toll, dass du dir die Mühe gemacht hast, den Hangout so gründlich zu analysieren, wie man an der Mitschrift sieht.
    Zweitens gefällt mir die Handschrift sehr gut (falls jemand die zwei kleinen Grafiken noch nicht angeklickt hat: Schriftliebhaber sollten es in jedem Fall tun).
    Und drittens ist mir eine Interpretationsvariante eingefallen: Auf der Visualisierung schlängelt sich der Weg der Ameisen zur Bedürfnispyramide hin. Sollte es nicht eher so sein, dass die Maslow-Pyramide (wenn wir sie für den Moment einmal tatsächlich als Basis aller Entscheidungen und Verhaltensweisen akzeptieren) der Ausgangspunkt der Ameisen ist? Das Ziel wäre dann – in der Grafik ideal platziert – das tote Wissen, von dem sich die Ameisen ernähren, das sie umsetzen und dadurch zu lebendigem Wissen transformieren.
    🙂
    Man könnte für die Gemüter, denen das hier zu makaber erscheint, das tote Wissen natürlich anders verbildlichen – nicht in Körperform, sondern als Zuckerstückchen oder andere für Ameisen nahrhafte Lebensmittel.
    Das Brecht-Zitat passt natürlich schön zum MOOC – und zu allem Lernen. Wenn man den Anfang als Hürde sieht, als zu überwindende Bergkette, dann liegen die Ebenen vor einem, die ebenso gemeistert werden wollen, die zwar weniger spektakulär als Hürde wirken wie die Berge, dafür aber die Herausforderung mit sich bringen, dass man durchhalten muss, auch wenn es manchmal einförmig erscheint. Hier ist der Didaktiker gefordert … und jedes einzelne Teaching Team: Den Lernen muss gezeigt werden, dass auch die Ebene faszinierende Details aufweist, die zu entdecken sich lohnt.
    In diesem Sinne: Happy treasure hunting!

    1. Lieber Peter, vielleicht ist die Pyramide ja ein Ameisenhaufen? Die Tierchen laufen in jedem Fall zwischen ihrer Heimstatt und dem zu transformierenden Wissen hin und her… eine ursprüngliche Darstellung lehnte sich allerdings an die „yellow brick road“ aus dem Wizard of Oz an — das Ziel der Reise ist die sagenhafte Emerald City, wo der Zauberer sein soll, der gar keiner ist…und weiter läuft die Metaphern-Maschine… Du hast aber natürlich recht, wenn man ein Modell zu Grunde legt, dann sollte es als Ausgangspunkt visualisiert werden… Außerdem muss ich dir für das Lob der Handschrift artig danken. Das setzt sich bei mir bis zum Tafelbild durch! Leider kann ich nicht mehr so viel schreiben, sondern diktiere das meiste (wie auch dies).

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